Achtung! Konsequenzen aus dem neuen Energieausweis

Der neue Energieausweis ist seit dem 01. Mai 2014 Pflicht für viele Immobilieneigentümer. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet die Energieeinsparverordnung (EnEV).

Danach muss bei Verkauf und Vermietung einer Immobilie spätestens zur ersten Besichtigung ein Energieausweis vorhanden sein und er muss in der Immobilie sichtbar ausliegen. So sollen Käufer und Mieter besser einschätzen können, welchen Energiebedarf die betreffende Immobilie hat.

Energieausweis beim Immobilienverkauf Pflicht

Neu ist bei dem Energieausweis, dass es nun Energieeffizienzklassen von A+ bis H gibt, ähnlich wie bei Elektrogeräten. Alle Energieausweise, die vor dem 1. Mai 2014 erstellt wurden, behalten jedoch ihre Gültigkeit für 10 Jahre nach dem jeweiligen Ausstellungsdatum.

Es gibt Ausnahmen

Wie bei jedem Gesetz gibt es auch hier Ausnahmen. So brauchen z. B. Menschen, die allein in Ihrer Immobilie leben und ein Verkauf oder eine Vermietung nicht angestrebt wird, einen Energieausweis nicht bereitzuhalten. Davon sind wiederum alle diejenigen ausgenommen, die Selbstnutzer sind und eine Baugenehmigung ab Oktober 2007 beantragt haben oder mit dem Bau ab diesem Zeitpunkt begonnen wurde. Sofern die Nutzfläche weniger als 50 m² beträgt oder es sich um ein Baudenkmal handelt ist ein Energieausweis ebenfalls nicht verpflichtend.

Neue Pflichtangaben in der Immobilienanzeige

Sofern ein Energieausweis vorliegt und die Immobilie verkauft oder vermietet werden soll, sind Pflichtangaben gem. 16a EnEV in der Immobilienanzeige nötig. Dazu zählen Beispielsweise die Art des Energieausweises, der im Energieausweis genannte Kennwert für das Gebäude, die wesentlichen Energieträger für die Heizung, bei Wohngebäuden das im Energieausweis genannte Baujahr und die im Energieausweis genannte Energieeffizienzklasse.

Dies ist laut EnEV vom Verkäufer oder Vermieter, also vom Eigentümer sicherzustellen. Erteilt dieser einem Immobilienmakler einen Auftrag für die Vermittlung der Immobilie, gehört dies zu den Nebenpflichten des Immobilienmaklers. Bei Verstoß und Bußgeld kann der Eigentümer dann Schadensersatz für das Bußgeld beim Immobilienmakler geltend machen. Außerdem ist dem neuen Eigentümer oder Mieter bei Abschluss eines Vertrages mindestens eine Fotokopie des Energieausweises auszuhändigen.

Geldstrafen bis zu 15.000 €

Die Bußgeldvorschriften treten für die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten (§ 27 EnEV), voraussichtlich im Mai 2015 in Kraft. Danach können bei Verstößen auf die Immobilieneigentümer empfindliche Geldstrafen in Höhe von bis zu 15.000,- € zukommen. Abmahnungen sind bei Verstößen gegen die Energieeinsparverordnung bereits jetzt schon möglich.

Fazit neuer Energieausweis

Als langjähriger Immobilienmakler nehme ich diesen Gesetzesentwurf zur Kenntnis. Es bleibt als Fazit festzuhalten, dass hierdurch eine höhere Transparenz und Vergleichbarkeit des Energieverbrauches von Immobilien entsteht. Für die Erstellung von Energieausweisen empfehle ich Eigentümern auf professionelle Energieberater zurückzugreifen, damit hier aussagekräftige Werte eingebracht werden. Bei Anzeigen für die Vermietung oder den Verkauf ist genau auf die gesetzlichen Vorgaben zu achten, da sonst dem Eigentümer empfindliche Geldbußen drohen.