Die Teilungserklärung mit dem Aufteilungsplan und der Abgeschlossenheitsbescheinigung ist das wichtigste Dokument bei einem Wohnungskauf. Sie sollten dieses Dokument vor dem Kauf vollständig lesen. Es beantwortet vier zentrale Fragen, die später sehr teuer werden können.
Erstens: Welche Räume sind Sondereigentum? Der Aufteilungsplan weist jede Einheit mit einer eigenen Nummer aus. Prüfen Sie nach, ob der Keller, der Spitzboden oder der Stellplatz, die Ihnen mündlich zugesagt wurden, dort tatsächlich Ihrer Nummer zugeordnet sind. Sehr häufig sind diese Räume nur ein Sondernutzungsrecht am Gemeinschaftseigentum. Das ist rechtlich etwas völlig anderes.
Zweitens: Wie werden die Kosten verteilt? Der gesetzliche Schlüssel ist der Miteigentumsanteil. Die Gemeinschaftsordnung darf davon abweichen. Getrennte Abrechnungskreise für mehrere Häuser einer Anlage, eine Verteilung nach Wohnfläche oder ein Sonderschlüssel für den Aufzug kommen oft vor. All das verändert Ihre laufende finanzielle Belastung maßgeblich.
Drittens: Welche baulichen Veränderungen sind erlaubt? Eine Balkonverglasung, Wandöffnungen, ein Kaminanschluss oder eine Wallbox in der Tiefgarage brauchen fast immer einen Beschluss der Gemeinschaft. Wer die Wohnung kauft, um sie umzubauen, sollte das vorher klären und nicht erst danach.
Viertens: Gibt es Beschränkungen der Nutzung? Öffnungsklauseln, Zustimmungsvorbehalte des Verwalters beim Verkauf und Regelungen zur Vermietung stehen hier. Ein Verbot der kurzzeitigen Vermietung ist für den Selbstnutzer nur eine Randnotiz. Für jeden anderen kann es ein hartes Ausschlusskriterium sein.