Freistehendes Einfamilienhaus #
Ein freistehendes Haus gibt Ihnen die größte Freiheit bei Nutzung, Umbau und Gartengestaltung, überträgt aber jede Instandhaltung vollständig auf Sie. Prüfen Sie neben dem Gebäudezustand die Grundstücksgrenzen, die Zufahrt, die Abstandsflächen und eingetragene Baulasten.
Bei älteren Häusern ist die zentrale Frage, ob spätere Anbauten, ausgebaute Dachgeschosse, Wintergärten oder Nebengebäude genehmigt wurden. Eine großzügig gerechnete Fläche im Exposé ist nicht automatisch anrechenbare Wohnfläche. Maßgeblich ist die dokumentierte Flächenberechnung, nicht der optische Eindruck, und ein nicht genehmigter Ausbau kann später Nutzung und Beleihung erschweren.
Doppelhaushälfte #
Die Doppelhaushälfte verbindet ein eigenes Grundstück meist mit mehr Außenfläche als ein Reihenmittelhaus. Die gemeinsame Trennwand macht den Schallschutz zum Prüfthema, besonders bei Bauten der 1950er bis 1970er Jahre. Klären Sie außerdem, ob Entwässerung, Versorgungsleitungen, Zufahrt und Haustechnik unabhängig von der Nachbarhälfte funktionieren, und ob ein geplanter Anbau oder eine neue Terrasse nahe der Grundstücksgrenze überhaupt zulässig wäre. Gemeinsam genutzte Anlagen bedeuten später Abstimmungsbedarf und Zusatzkosten.
Reihenhaus #
Ein Reihenhaus ist die kompakte Variante: weniger Grundstück, weniger Außenwandfläche, dadurch häufig ein besser kalkulierbarer Heizenergiebedarf. Achten Sie auf Feuchtigkeit, Dachanschlüsse zu den Nachbargebäuden, Schallschutz und den Zustand gemeinschaftlich genutzter Zuwegungen. Wichtig ist die grundbuchliche Seite: Sind Grundstück und Haus real geteilt, oder bestehen Miteigentumsanteile? Welche Leitungs-, Wege- und Stellplatzrechte sind eingetragen, und wen verpflichten sie wozu?
Vollständig angebotenes Mehrfamilienhaus #
Wird ein ganzes Wohnhaus mit mehreren Einheiten verkauft, kommt zur Bausubstanz die Wirtschaftlichkeit hinzu. Verlangen Sie Mietverträge, Zahlungsstände, Betriebskostenabrechnungen, Flächenberechnungen und Genehmigungen vollständig und rechnen Sie die Erträge selbst nach. Die im Exposé genannte Rendite beruht regelmäßig auf der Ist-Miete ohne Instandhaltungsrückstand. Prüfen Sie ebenso, welche Einheiten frei werden können und welche Modernisierungen im bewohnten Zustand realistisch sind.