Eine Lageprüfung muss sich auf das konkrete Haus beziehen. Schon innerhalb eines Stadtteils können sich Verkehrsbelastung, Bebauung, Wege und Geräuschsituation von Straße zu Straße unterscheiden.
Waldhausen gehört nach Angaben der Landeshauptstadt Hannover zum Stadtbezirk Döhren-Wülfel. Für die Kaufprüfung sollte dennoch nicht nur der Stadtteilname, sondern die vollständige Anschrift verwendet werden.
Eilenriede und Maschsee #
Die Eilenriede ist Hannovers großer Stadtwald. Der Maschsee ist ein innerstädtisches Freizeit- und Erholungsgebiet. Ob ein angebotenes Haus tatsächlich kurze Wege dorthin bietet, lässt sich nur anhand der Adresse feststellen.
Messen Sie nicht nur die Luftlinie. Prüfen Sie den realen Fuß- oder Radweg, Straßenquerungen, Zugänge und die von Ihnen bevorzugte Route.
Verkehr und Geräusche #
Besuchen Sie die Adresse zu mehreren Zeiten, möglichst an einem Werktag morgens, am späten Nachmittag und am Wochenende. Bleiben Sie dabei einige Minuten vor dem Haus und im Garten. Achten Sie auf:
- durchgehenden Straßenverkehr und Verkehrsspitzen
- Geräusche bei geöffneten Fenstern
- Lieferverkehr, Außengastronomie oder Veranstaltungen
- Beleuchtung und Einsehbarkeit am Abend
- Parksituation und Zufahrt zum Grundstück
- sichere Fußwege zu den tatsächlich benötigten Haltestellen
Eine einzelne Besichtigung kann nur eine Momentaufnahme liefern. Fragen Sie bei auffälligen Geräuschen nach der Ursache, verlassen Sie sich aber nicht ausschließlich auf mündliche Einschätzungen.
Versorgung und tägliche Wege #
Ermitteln Sie von der konkreten Adresse die Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, Betreuung, Schule, medizinischer Versorgung und öffentlichem Verkehr. Ob diese Ziele für Ihren Haushalt relevant sind, hängt von Ihrem Alltag ab.
Prüfen Sie Internetanschluss und Mobilfunk nicht nur über allgemeine Gebietskarten. Für Breitband ist eine adressgenaue Verfügbarkeitsabfrage beim Anbieter sinnvoll. Mobilfunk lässt sich bei der Besichtigung mit dem eigenen Gerät in verschiedenen Räumen testen.
Planung, Rechte und Belastungen #
Ein freier Blick oder eine unbebaute Nachbarfläche ist keine Garantie für einen dauerhaften Zustand. Informieren Sie sich über den geltenden Bebauungsplan und erkennbare Planungen in der näheren Umgebung.
Fordern Sie außerdem einen aktuellen Grundbuchauszug sowie Informationen aus dem Baulastenverzeichnis an. Zu prüfen sind insbesondere:
- Wegerechte und Zufahrtsrechte
- Leitungsrechte
- Wohnrechte oder Nießbrauch
- Grunddienstbarkeiten
- Baulasten
- Erbbaurecht
- bestehende Grundpfandrechte und deren Löschung im Kaufvollzug
Die rechtliche Bedeutung einer Eintragung sollte bei Unklarheiten durch den Notar oder eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung erläutert werden.