Bevor eine Zeile Exposé geschrieben wird, sollte feststehen, für wen die Immobilie tatsächlich geeignet ist. Notieren Sie dafür die verkaufsrelevanten Eigenschaften der konkreten Adresse:
- Entfernung zur nächsten Stadtbahn und Bushaltestelle sowie typische Wegezeiten
- Lage an einer ruhigen Seitenstraße oder an einer stärker befahrenen Achse
- Position im Objekt: Vorderhaus, Seitenflügel, Hinterhaus, Etage, Aufzug
- Ausrichtung der Wohnräume, Lärmquellen, Schallschutzfenster
- Außenbereich: Balkon, Dachterrasse, Gartenanteil, Innenhof
- Stellplatz, Garage oder die Parksituation im Umfeld
- baulicher und energetischer Zustand des Gebäudes
- Vermietungsstatus und laufende Kosten
Das Welfenschloss, heute Hauptgebäude der Leibniz Universität Hannover, prägt den südwestlichen Bereich der Nordstadt und ist ein wichtiger lokaler Orientierungspunkt. Für eine kleine Altbauwohnung in diesem Umfeld ist die Nähe ein echtes Verkaufsargument und gehört in die Lagebeschreibung. Für ein Haus am nördlichen Rand des Stadtteils ist sie es nicht, und dann sollte sie auch nicht erwähnt werden. Lageargumente wirken, wenn sie überprüfbar sind, und sie schaden, wenn Interessenten sie beim ersten Besuch widerlegen können.
Eigentumswohnung, frei verfügbar #
Hier kommen überwiegend Selbstnutzer in Betracht. Entscheidend sind Grundriss, Belichtung, Zustand, Hausgemeinschaft, Hausgeld und die Frage, welche Maßnahmen die Eigentümergemeinschaft bereits beschlossen hat. Wohnungseigentum umfasst rechtlich das Sondereigentum an der Wohnung zusammen mit dem zugehörigen Miteigentumsanteil am gemeinschaftlichen Eigentum. Käufer prüfen deshalb immer zwei Dinge: die Wohnung und die Gemeinschaft dahinter.
Vermietete Eigentumswohnung #
Die Ansprache richtet sich an Anleger. Im Vordergrund stehen Mietvertrag, Miethöhe, Betriebskosten, Instandhaltungsrücklage und absehbare Investitionen am Gemeinschaftseigentum. Eine vermietete Wohnung darf nicht so dargestellt werden, als sei sie kurzfristig frei verfügbar. Besichtigungen sind mit den Mietern abzustimmen, ihre Rechte gelten während des gesamten Verkaufs unverändert weiter.
Einfamilienhaus oder Stadthaus #
Neben Wohnfläche und Grundstück zählen Modernisierungen, Dach, Heizung, Leitungen, Fenster und mögliche Ausbaureserven. In der urbanen Lage der Nordstadt kommen Privatsphäre, Stellplatz und die Abgrenzung zum Nachbargebäude hinzu. Aussagen zu Dachausbau, Anbau oder Nutzungsänderung gehören nur dann ins Exposé, wenn eine Genehmigung vorliegt oder die baurechtliche Zulässigkeit geklärt wurde.
Mehrfamilienhaus #
Hier entscheidet die Dokumentation über das Tempo. Erforderlich sind Mietverträge, eine aktuelle Mietaufstellung, Betriebskostenabrechnungen, Angaben zu Leerständen und Belege über Modernisierungen. Mündliche Absprachen mit Mietern sollten vor dem Verkaufsstart schriftlich geklärt sein, weil sie sonst spät im Prozess auftauchen und die Verhandlung neu öffnen.