Wer in Linden-Nord eine Immobilie kaufen will, kauft in aller Regel Bestand. Der Stadtteil gehört zum Stadtbezirk Linden-Limmer, gemeinsam mit Linden-Mitte, Linden-Süd und Limmer, und sein Wohnungsbestand ist stark von gründerzeitlicher Blockrandbebauung geprägt. Neubau entsteht fast nur in Baulücken und auf Konversionsflächen. Das verschiebt die Kaufprüfung: Nicht die Auswahl zwischen Baureihen entscheidet, sondern die Frage, was ein über hundert Jahre altes Gebäude technisch, baurechtlich und energetisch nach dem Eigentumsübergang von seinem neuen Eigentümer verlangt.
Dieser Leitfaden führt objekttypübergreifend durch die Kaufstrecke: welche Objekte angeboten werden, was zu prüfen ist, welche Unterlagen Käufer anfordern sollten, welche Nebenkosten in Niedersachsen konkret anfallen und in welcher Reihenfolge der Kauf bis zur Eintragung im Grundbuch abläuft.
Das Angebot ist kleinteilig und deutlich stärker vom Bestand als vom Neubau bestimmt. Auf den Markt kommen vor allem:
- Eigentumswohnungen in gründerzeitlichen und in nachkriegszeitlichen Mehrfamilienhäusern
- einzelne Häuser, überwiegend als Reihen- oder Stadthaus in der Blockrandstruktur
- ganze Mehrfamilienhäuser sowie Wohn- und Geschäftshäuser
- vermietete Wohnungen und Teileigentum als Anlageobjekt
- Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss, häufig gemischt genutzt
- vereinzelt Neubau in Baulücken oder auf umgenutzten Flächen
Die Lage im Stadtteil trägt die Entscheidung mit, aber nur, soweit sie den Kauf betrifft. Die Limmerstraße ist die zentrale Geschäfts- und Gastronomiestraße, an ihrem östlichen Ende liegt die Stadtbahn-Haltestelle Am Küchengarten. Für Eigennutzer wie für Vermieter ist das ein Standortvorteil. Zugleich gehören Außengastronomie, Lieferverkehr und die Situation im Innenhof zu den Punkten, die vor dem Kauf besichtigt werden sollten, und zwar zu verschiedenen Tageszeiten und nicht nur werktags am Vormittag.
Der Käuferkreis unterscheidet sich in den Prüfschwerpunkten. Selbstnutzer prüfen vor allem Zuschnitt, Sanierungsstau und die Genehmigungsfähigkeit geplanter Umbauten. Käufer eines vermieteten Objekts prüfen zusätzlich die Mietverhältnisse und ihre Bindungswirkung. Wer als Anleger kauft, ordnet die erzielbare Miete lediglich als Vergleichsgröße ein; die eigentliche Kaufprüfung ist für alle drei Gruppen dieselbe.