1. Budget inklusive Kaufnebenkosten festlegen #
Rechnen Sie vom finanzierbaren Gesamtbetrag rückwärts zum möglichen Kaufpreis, nicht umgekehrt. Neben dem Kaufpreis fallen Notar- und Grundbuchkosten, gegebenenfalls eine Maklerprovision sowie Ihre Ausgaben für Modernisierung und Umzug an. Beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie in Niedersachsen fällt außerdem grundsätzlich Grunderwerbsteuer an, Bemessungsgrundlage ist regelmäßig die Gegenleistung. Lassen Sie sich vor einer verbindlichen Entscheidung erläutern, welche Bestandteile des Kaufvertrags dabei einfließen.
Eine Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank verschafft Ihnen nach der Besichtigung Handlungsfähigkeit. Größere Modernisierungsvorhaben stimmen Sie am besten früh mit dem finanzierenden Institut ab, damit sie Teil der Finanzierung werden können.
2. Muss-Kriterien von Wünschen trennen #
Notieren Sie höchstens fünf Kriterien, ohne die ein Objekt ausscheidet, etwa eine Mindestzimmerzahl, ein Aufzug, ein Stellplatz oder eine Höchstentfernung zur Stadtbahn. Alles andere ist Wunsch. Erscheinen zu wenige Treffer, lockern Sie zuerst Baujahr, Ausstattung oder Wohnfläche und erst zuletzt die Mikrolage, denn Ausstattung lässt sich verändern, die Adresse nicht.
3. Unterlagen anfordern und vergleichen #
Vergleichen Sie nicht nur Kaufpreise, sondern Grundriss, Zustand, energetische Kennwerte, laufende Kosten, absehbaren Instandhaltungsbedarf und den möglichen Übergabetermin. Fordern Sie zu jedem ernsthaften Kandidaten an:
- Grundrisse und Wohnflächenberechnung
- Grundbuchauszug sowie Angaben zu eingetragenen Rechten
- Baubeschreibung und vorhandene Genehmigungen
- Energieausweis
- Nachweise über Modernisierungen und Reparaturen
- Angaben zu Heizung, Leitungen, Dach und Fenstern
- bei Wohnungseigentum zusätzlich die Unterlagen der Gemeinschaft
Verkäufer oder Immobilienmakler müssen Kaufinteressenten den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorlegen. Prüfen Sie, auf welches Gebäude er sich bezieht, wann er ausgestellt wurde und ob es ein Bedarfs- oder ein Verbrauchsausweis ist.
4. Besichtigung vorbereiten #
Gehen Sie mit einer schriftlichen Fragenliste in den Termin und nehmen Sie sich Zeit für einen zweiten Durchgang. Achten Sie auf Tageslicht und Raumaufteilung, auf Fenster, Türen und Feuchtigkeitsspuren, auf den Zustand von Fassade, Dach und Gemeinschaftsflächen, auf Alter und Art der Heizungsanlage, auf sichtbare Leitungen und Elektrik sowie auf Keller, Abstellflächen und Stellplätze. Öffnen Sie die Fenster einmal bewusst, um die Geräuschkulisse zu hören. Bei größerem Modernisierungsbedarf ist ein zweiter Termin mit einer sachverständigen Person das günstigste Geld im ganzen Prozess.