Ab hier wird aus der Suche ein Vorgang mit festen Stationen. Arbeiten Sie sie in dieser Reihenfolge ab.
1. Exposé sichten #
Prüfen Sie zuerst die harten Angaben: Adresse oder wenigstens Lage innerhalb Laatzens, Baujahr, Wohn- und Grundstücksfläche, Zimmerzahl, Zustand, Heizungsart, Energiekennwerte, Kaufpreis, eine eventuelle Käuferprovision sowie bei Wohnungen das Hausgeld. Notieren Sie, was fehlt, und hinterfragen Sie unscharfe Formulierungen wie renovierungsbedürftig oder kurzfristig verfügbar. Ein Exposé ohne Energieangaben oder ohne Baujahr ist kein Ausschlussgrund, aber eine Frage, die vor der Besichtigung gestellt gehört.
2. Unterlagen anfordern #
Fragen Sie früh nach den Dokumenten, die Sie ohnehin für die Finanzierung benötigen: Grundbuchauszug, Flurkarte, Grundriss, Wohnflächenberechnung, Energieausweis und, sofern vorhanden, Nachweise über durchgeführte Sanierungen. Bei Eigentumswohnungen kommen Teilungserklärung, Protokolle der Eigentümerversammlungen sowie Angaben zur Instandhaltungsrücklage hinzu. Gleichen Sie die Unterlagen mit dem Exposé ab. Abweichungen sprechen nicht automatisch gegen den Kauf, sollten aber vor einer Zusage geklärt sein. Wer diese Unterlagen erst nach der Zusage anfordert, verliert Wochen.
3. Finanzierung vorbereiten #
Klären Sie Ihren Rahmen, bevor Sie besichtigen, nicht danach. Dazu gehören das verfügbare Eigenkapital, die tragbare monatliche Rate und eine realistische Kalkulation der Kaufnebenkosten aus Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie einer möglichen Maklerprovision. Eine schriftliche Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank ist das Dokument, das Sie im Gespräch mit dem Verkäufer von unverbindlichen Interessenten unterscheidet. Planen Sie nicht das gesamte Eigenkapital ein, sondern halten Sie eine Reserve für Umzug, Renovierung und unvorhergesehene Instandsetzungen zurück.
4. Besichtigen #
Gehen Sie nach Möglichkeit zweimal, einmal davon zu einer anderen Tageszeit, und nehmen Sie eine zweite Person mit. Achten Sie auf Feuchtigkeit in Keller und an Außenwänden, auf Fenster und Dach, auf Alter und Zustand der Heizung, auf den Zustand der Elektroinstallation sowie auf Geräusche und Verkehr in der Umgebung. Klären Sie außerdem, welche Einrichtung mitverkauft wird und wann übergeben werden kann. Verkäufer müssen Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung grundsätzlich einen Energieausweis oder eine Kopie davon vorlegen. Wird Ihnen keiner gezeigt, fragen Sie aktiv danach. Lässt sich der Zustand nicht verlässlich einschätzen, ziehen Sie fachkundige Unterstützung hinzu.
5. Preis und Umfeld einordnen #
Vergleichen Sie das Angebot mit anderen aktuellen Inseraten in denselben Ortschaften und nutzen Sie amtliche Quellen zur Orientierung. Das amtliche Bodenrichtwert-Informationssystem BORIS.NI stellt Bodenrichtwerte für Grundstücke in Niedersachsen bereit und liefert damit einen unabhängigen Anhaltspunkt neben den Angaben des Verkäufers. Ein Bodenrichtwert ist allerdings kein Kaufpreis für ein einzelnes Objekt.
6. Kaufvertrag und Notartermin #
Ein Vertrag über den Kauf eines Grundstücks oder einer Immobilie bedarf in Deutschland der notariellen Beurkundung. In der Praxis bedeutet das: Der Notar erstellt einen Entwurf, den Sie vor dem Termin in Ruhe lesen sollten. Prüfen Sie darin insbesondere Kaufgegenstand, Kaufpreis und Zahlungsfrist, Übergabetermin, mitverkaufte Einrichtung, Regelungen zu Lasten im Grundbuch sowie Vereinbarungen über bekannte Mängel. Notieren Sie Ihre Fragen schriftlich und stellen Sie sie vor dem Termin, nicht währenddessen. Mündliche Nebenabreden gelten nicht: Was wesentlich ist, muss im Vertrag stehen. Nach der Beurkundung folgen Auflassungsvormerkung, Kaufpreiszahlung, Eigentumsumschreibung und die Übergabe mit Protokoll und Zählerständen.