Der Startpreis entscheidet über den weiteren Verlauf. Ein Preis deutlich über dem Marktniveau führt zu langen Standzeiten und späteren, oft wertmindernden Preiskorrekturen. Ein Preis unter dem Marktniveau verschenkt Substanz. Eine professionelle Bewertung stützt sich deshalb auf mehrere Ebenen, die sauber voneinander getrennt werden.
Die amtliche Datenbasis. Amtliche Bodenrichtwerte und Grundstücksmarktdaten für Niedersachsen können über das Bodenrichtwertinformationssystem BORIS.NI recherchiert werden. Diese Werte bilden den objektiven Einstieg in die Einordnung eines Grundstücks und zeigen, in welchem Wertkorridor sich eine Lage bewegt.
Die Grenzen dieser Werte. Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte für Grundstücke innerhalb eines abgegrenzten Gebiets und ersetzen keine individuelle Immobilienbewertung. Sie beschreiben den Boden in einer Zone, aber nicht das Gebäude darauf. Zustand, Baujahr, Grundrissqualität, Ausstattung, energetischer Stand, Sanierungsbedarf oder eine bestehende Vermietung fließen dort nicht ein. Eine Bewertung, die sich allein auf den Bodenrichtwert stützt, bewertet faktisch nur das Grundstück.
Die objektbezogene Analyse. Auf die Daten folgt die Besichtigung vor Ort. Geprüft werden Bauzustand und Baujahr, Heiztechnik und energetischer Zustand, Dach und Fenster, Bäder und Elektrik, der Grundriss, Keller und Nebenflächen, Stellplätze sowie Ausrichtung und Ruhelage. Diese Merkmale bestimmen, ob eine Immobilie innerhalb ihres Lagesegments am oberen oder unteren Rand angesiedelt werden muss.
Die Nachfrageseite. Zum Schluss zählt der Markt in Echtzeit: Wie viele Interessenten suchen aktuell genau dieses Segment, und über welche Finanzierung verfügen sie? Marktgerecht ist ein Preis erst, wenn Käufer existieren, die ihn tragen können und wollen.
Ein seriöser Makler macht transparent, welche Teile der Bewertung auf Daten beruhen und welche auf fachlicher Einschätzung. Beides ist legitim, aber beides sollte für Sie nachvollziehbar getrennt bleiben.