Ein Inserat beantwortet die Anlagefrage nicht. Vier Größen entscheiden, und drei davon stehen selten im Exposé.
Mieteinnahmen. Maßgeblich ist die Jahresnettomiete ohne Betriebskosten, aufgeschlüsselt nach Einheiten, mit Angabe von Leerständen und Restlaufzeiten der Mietverträge. Bei einem Haus mit 6 Wohneinheiten ist entscheidend, wie viele Einheiten aktuell vermietet sind und wie weit die Bestandsmieten unter der örtlich erzielbaren Miete liegen.
Kaufpreisfaktor. Der Faktor ergibt sich aus Kaufpreis geteilt durch Jahresnettomiete. Er lässt sich nur berechnen, wenn die Miete bekannt ist. Für das genannte Mehrfamilienhaus zu 790.000 € ist die Jahresmiete öffentlich nicht angegeben, der Faktor ist daher aus der Anzeige heraus nicht ermittelbar und kann erst nach Einsicht in die Mietaufstellung berechnet werden.
Bewirtschaftungskosten. Nicht umlagefähige Kosten mindern die Rendite dauerhaft: Verwaltung, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallwagnis. Bei Objekten mit Stellplätzen und Außenanlagen kommt der laufende Pflegeaufwand hinzu.
Sanierungsbedarf. Formulierungen wie “Entwicklungspotenzial” oder “Steigerungspotenzial” beschreiben in der Regel Investitionsbedarf, nicht geschenkte Rendite. Prüfen Sie Dach, Fenster, Heizung, Elektrik, Leitungen und den energetischen Zustand, denn daran hängt, welches Kapital Sie nach dem Kauf zusätzlich einsetzen müssen und welche Mieten Sie mittelfristig durchsetzen können.