Lagequalität heißt für Anleger: Wie viele passende Mietinteressenten stehen für diesen Grundriss zur Verfügung, und wie schnell folgt der nächste?
Hannover ist Hochschulstandort mit der Leibniz Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Hochschule Hannover und der Tierärztlichen Hochschule. Diese Nachfrage stützt vor allem die Vermietbarkeit kleiner Wohnungen, bringt aber typischerweise höhere Fluktuation mit sich, die als Wiedervermietungsaufwand in die Kalkulation gehört.
Mit Continental, TUI, Talanx und dem Volkswagen-Nutzfahrzeugwerk in Hannover-Stöcken sitzen mehrere Großarbeitgeber in der Stadt, deren Standorte die Wohnungsnachfrage in den umliegenden Stadtteilen prägen. Relevant ist für Anleger weniger deren bloße Existenz als die Erreichbarkeit dieser Arbeitsorte vom Objekt aus. Das Messegelände der Deutschen Messe AG, das flächengrößte Messegelände der Welt, erzeugt zusätzlich kurzzeitige Wohnraumnachfrage. Auf ihr sollte allerdings keine Dauerrendite aufgebaut werden, da kurzzeitige Vermietung mehr Verwaltungsaufwand, mehr Fluktuation und eigene rechtliche Anforderungen mit sich bringt.
Abstrakt gelten aus Vermietersicht diese Kriterien, unabhängig vom Stadtteil:
- kurze Wege zu Hochschulen, Arbeitsstandorten und Nahversorgung
- verlässliche Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr
- ein Grundriss, der mehr als eine Zielgruppe anspricht
- nicht umlagefähige Kosten in vertretbarer Höhe
- geringe Fluktuations- und Leerstandsneigung der Wohnungsgröße
- Gebäudesubstanz ohne erkennbaren Investitionsstau
Eine gefragte Adresse kann wirtschaftlich unattraktiv sein, wenn der Kaufpreis die nachhaltig erzielbare Miete überproportional übersteigt. Umgekehrt trägt eine hohe rechnerische Anfangsrendite kein Investment, wenn Substanz, Eigentümergemeinschaft oder Mieterstruktur die Risiken zurückbringen, die der Faktor zunächst versteckt.