1. Objektdaten erfassen #
Zuerst werden die Kerndaten aufgenommen. Bei einer Eigentumswohnung sind das Wohnfläche, Zimmerzahl, Etage, Baujahr, Außenflächen, Stellplatz und Zustand. Bei einem Haus oder Mehrfamilienhaus kommen Grundstücksfläche, Gebäudestruktur, Keller, Dachgeschoss, Nebengebäude und die Aufteilung der Einheiten hinzu.
Wertrelevante Besonderheiten gehören von Anfang an dazu, weil sie die wirtschaftliche Einordnung stärker verschieben können als ein paar Quadratmeter mehr oder weniger. Dazu zählen ein Erbbaurecht, ein Nießbrauch, ein Wohnrecht, laufende Mietverhältnisse oder Eintragungen im Grundbuch.
2. Zustand und Ausstattung einordnen #
Zwei Immobilien mit ähnlicher Fläche in derselben Straße können deutlich unterschiedlich zu bewerten sein. Ausschlaggebend sind der Modernisierungsstand, die Qualität von Fenstern, Dach und Haustechnik, der energetische Zustand und der absehbare Instandhaltungsbedarf.
Bei Wohnungen kommt das Gemeinschaftseigentum hinzu: der Zustand von Dach, Fassade, Leitungen, Treppenhaus und Heizungsanlage, die Höhe der Instandhaltungsrücklage sowie bereits beschlossene Maßnahmen der Eigentümergemeinschaft.
3. Mikrolage in Vahrenwald analysieren #
Vahrenwald gehört zum hannoverschen Stadtbezirk Vahrenwald-List, ist aber ein eigenständiger Stadtteil und darf nicht mit dem benachbarten Stadtteil List gleichgesetzt werden. Vergleichsdaten und Lagefaktoren beziehen wir deshalb so eng wie möglich auf Vahrenwald und das direkte Umfeld Ihrer Immobilie.
Innerhalb des Stadtteils machen schon kurze Entfernungen einen Unterschied. Eine Lage an einer stark befahrenen Hauptachse ist anders zu beurteilen als eine ruhige Seitenstraße oder eine zum Hof ausgerichtete Wohnung. Relevant sind außerdem die Anbindung an den Nahverkehr, die tägliche Versorgung, Schulen und Kitas, Grünflächen, die Stellplatzsituation und die bauliche Prägung der direkten Nachbarschaft.
Die Adresse allein reicht nicht. Bei einer Wohnung spielen die Lage im Gebäude, die Ausrichtung der Räume, mögliche Immissionen und der Ausblick eine zusätzliche Rolle. Vorderhaus, Seitenflügel und rückwärtige Gebäudeteile werden getrennt betrachtet.
4. Vergleichs- und Marktdaten auswerten #
Anschließend werden die Objektdaten mit geeigneten regionalen Marktdaten verknüpft: tatsächliche Transaktionen vergleichbarer Immobilien, Auswertungen der Gutachterausschüsse und Bodenrichtwerte. Die Gutachterausschüsse in Niedersachsen veröffentlichen Grundstücksmarktberichte und weitere Marktdaten, die als Grundlage einer marktbezogenen Wertermittlung dienen können. Sie ordnen die allgemeine Marktbewegung ein, ersetzen aber nicht die Prüfung des konkreten Objekts.
5. Marktwertspanne ableiten #
Aus Objektmerkmalen, Mikrolage und Vergleichsdaten entsteht eine plausible Marktwertspanne. Eine Spanne ist sachgerechter als ein scheinbar auf den Euro genauer Betrag, weil für ein individuelles Objekt selten vollständig identische Vergleichsfälle existieren. Sie erfahren dabei auch, welche Faktoren den Wert stützen und wo Zu- oder Abschläge in Betracht kommen.