Wülferode ist ein Stadtteil der Landeshauptstadt Hannover und gehört zum Stadtbezirk Kirchrode-Bemerode-Wülferode im Südosten des Stadtgebiets. Für die Wertermittlung ist dieser Zuschnitt entscheidender, als er auf den ersten Blick wirkt: Wülferode ist einer der kleinsten Stadtteile Hannovers, die Bebauung ist überwiegend kleinteilig und von Ein- und Zweifamilienhäusern um den historischen Ortskern geprägt, Geschosswohnungsbau spielt eine untergeordnete Rolle. Wo wenige Häuser stehen, werden wenige Häuser verkauft. Genau daraus entsteht die eigentliche Aufgabe einer seriösen Immobilienbewertung in Wülferode: einen nachvollziehbaren Wert zu begründen, obwohl die Datenbasis vor Ort dünn ist.
Die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV 2021) ist seit dem 1. Januar 2022 in Kraft und regelt Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren einheitlich. Das Vergleichswertverfahren gilt für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser grundsätzlich als das aussagekräftigste, weil es den Wert aus tatsächlich bezahlten Kaufpreisen ähnlicher Objekte ableitet. Es setzt aber voraus, dass es diese Kauffälle in ausreichender Zahl und in ausreichender Ähnlichkeit überhaupt gibt.
In Wülferode ist das oft nicht der Fall. Die geringe Zahl jährlicher Kauffälle führt dazu, dass Vergleichswerte häufig aus dem erweiterten Marktgebiet des Stadtbezirks abgeleitet und über Umrechnungskoeffizienten angepasst werden müssen. Eine Handvoll Verkäufe pro Jahr, verteilt über Baujahre von den 1950er Jahren bis zu einzelnen Neubauten, über sehr unterschiedliche Grundstücksgrößen und über Modernisierungszustände von unsaniert bis kernsaniert, ergibt keine belastbare Stichprobe. Wer daraus trotzdem einen Quadratmeterpreis mittelt, rechnet Zufall in eine Zahl um.
Die saubere Konsequenz lautet: Für das typische Wülferoder Einfamilienhaus wird in der Regel das Sachwertverfahren zum führenden Verfahren, und der Vergleichswert dient als Plausibilitätskontrolle, nicht umgekehrt. Das Sachwertverfahren stützt sich nicht auf die wenigen lokalen Verkäufe, sondern auf normierte Herstellungskosten des Gebäudes, den Bodenwert und die Marktanpassung über den Sachwertfaktor. Es ist damit das Verfahren, das mit einem kleinen Markt umgehen kann, ohne ihn zu erfinden.