Zum Hauptinhalt springen
Weihn

Weihn

28. July 2026 3 Min. Lesezeit

Weihn #

Unser Rückblick auf das Immobilienjahr 2023 #

Das Jahr 2023 war für den deutschen Immobilienmarkt von einer deutlichen Zinswende geprägt: Die Europäische Zentralbank hob den Leitzins in mehreren Schritten an, wodurch der durchschnittliche effektive Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit 10‑jähriger Zinsbindung zeitweise auf 3,5 %–4,0 % kletterte (nach rund 1 % im Jahr 2021) – ein Wert, den die Deutsche Bundesbank in ihrer Monatsberichterstattung ausweist (siehe bundesbank.de).

Gleichzeitig zeigte sich bei Bestandsimmobilien eine Preiskorrektur, während gut gelegene, energieeffiziente Objekte preisstabiler blieben; Käufer:innen erhielten dadurch spürbar mehr Verhandlungsspielraum als in den Boomjahren bis 2021. Die Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und strengere ESG‑Kriterien beeinflusste zudem Kaufentscheidungen und die Vermarktung von Bestandsobjekten maßgeblich (vgl. destatis.de).

Persönliche Beobachtung: In unserem Büro haben wir erlebt, dass viele Kaufinteressenten ihre Finanzierungskonditionen neu verhandeln mussten und vermehrt auf Mietobjekte auswichen – ein klarer Nachfrageshift von Kauf hin zu Miete, der sich auch in unseren Beratungsgesprächen widerspiegelte.

Hinweis: Die hier dargestellten Einschätzungen sind eine Markteinschätzung und stellen keine Finanzierungs‑ oder Rechtsberatung dar.

Stand: 13.12.2023

Was der Jahreswechsel für Ihre Immobilienentscheidungen bedeutet #

Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie stark sich Finanzierungskonditionen und regulatorische Vorgaben auf die Handlungsoptionen aller Marktteilnehmer auswirken. Für Eigentümer:innen, die einen Verkauf erwägen, lohnt sich eine realistische Preisfindung auf Basis aktueller Vergleichswerte – der IVD-Immobilienpreisindex (siehe ivd.net) weist für das dritte Quartal 2023 in den Top-7-Städten einen nominalen Rückgang bei Bestandswohnungen von rund 6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus.

Käufer:innen profitieren von der veränderten Verhandlungsposition: Wir haben in mehreren Beratungen erlebt, dass sich Kaufpreisabschläge von 5–8 % gegenüber dem ursprünglichen Angebot realisieren ließen, wenn die Finanzierungsbestätigung der Bank bereits vorlag und der Energieausweis keine Sanierungsrückstände aufwies. Ein konkretes Beispiel: Eine junge Familie in der Metropolregion Rhein-Neckar konnte ein 1970er-Jahre-Reihenhaus mit Gasheizung und Dämmdefiziten nach Vorlage eines Sanierungsfahrplans (iSFP) um 42.000 € unter Listenpreis erwerben – die Bank honorierte die energetische Perspektive mit 0,3 % besseren Konditionen.

Vermieter:innen sollten die Übergangsregelungen des GEG im Blick behalten: Für Bestandsgebäude gilt bis 2028 eine Austauschpflicht nur bei Heizungsdefekt; wer jetzt in eine hybride Lösung (Wärmepumpe + Gas-Brennwert) investiert, sichert sich Fördermittel nach BEG und vermeidet Mietminderungsrisiken durch spätere Nachrüstzwänge.

Mieter:innen wiederum profitieren von der gestiegenen Neubaufertigstellung: Laut BulwienGesa (siehe bulwiengesa.de) wurden 2023 in Deutschland rund 295.000 Wohnungen fertiggestellt – der höchste Wert seit 1998. Das entspannt die Angebotslage in vielen Wachstumsregionen und schafft Verhandlungsspielraum bei Neuverträgen.

Praxistipp: Nutzen Sie die ruhigen Feiertage für einen „Immobilien-Check“ – Energieausweis prüfen, Finanzierungszertifikat aktualisieren, Sanierungsfahrplan anfordern. So starten Sie mit klarer Datenlage ins Jahr 2024.

Danke für Ihr Vertrauen – und ein guter Start ins Jahr 2024 #

Die Feiertage sind der Moment, innezuhalten und Danke zu sagen: für die offenen Gespräche, die gemeinsamen Lösungen und das Vertrauen, das Sie uns auch in einem anspruchsvollen Marktjahr entgegengebracht haben. Unser Team hat 2023 erlebt, wie sehr klare Daten, ehrliche Einschätzungen und verlässliche Begleitung den Unterschied machen – sei es bei der Neuaufstellung eines Portfolios, der energetischen Sanierungsplanung oder der Suche nach dem passenden Zuhause in veränderten Finanzierungswelten.

Für 2024 sehen wir erste Signale einer Marktstabilisierung: Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) deutet in seinem aktuellen Quartalsbericht an, dass sich die Spreads bei Wohnungsbaupfandbriefen seit Herbst 2023 spürbar eingedengt haben – ein Indikator dafür, dass sich die Refinanzierungsbedingungen für Institute langsam entspannen (vgl. vdp.de). Wenn sich dieser Trend fortsetzt, könnten sich für Käufer:innen und Bauherr:innen wieder planbarere Finanzierungsfenster öffnen, während Verkäufer:innen von einer wieder wachsenden Nachfrage profitieren.

Unser Vorsatz für das neue Jahr: Sie weiterhin fachlich fundiert, transparent und menschlich nah zu begleiten – egal ob Sie verkaufen, kaufen, vermieten, sanieren oder einfach nur den Wert Ihrer Immobilie im Blick behalten möchten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und einen gesunden, erfolgreichen Start ins Jahr 2024.

Stand: 13.12.2023
Hinweis: Alle Marktaussagen sind Einschätzungen und ersetzen keine individuelle Finanzierungs‑, Steuer‑ oder Rechtsberatung.

Ihnen gefällt unser Beitrag? Teilen Sie ihn!

Weitere Beiträge, die Sie interessieren könnten