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Was kostet eine Anzeige auf ImmobilienScout24 für Makler?

2. September 2026 5 Min. Lesezeit

Was kostet eine Anzeige auf ImmobilienScout24 für Makler? #

Für gewerbliche Anbieter gibt es auf ImmobilienScout24 keinen einzelnen, allgemeingültigen Anzeigenpreis. Was ein Inserat kostet, hängt laut Betreiber unter anderem von Immobilienart, Lage und Laufzeit ab. Dazu kommt bei Maklerbüros fast immer ein individueller Vertrag mit Kontingenten und Laufzeiten statt einer einzelnen Buchung. Wer als Makler wissen will, was ImmoScout wirklich kostet, muss deshalb zwei Fragen trennen: Was steht im Vertrag, und was kostet daraus am Ende eine Anfrage und ein Abschluss.

Warum es keinen Listenpreis für Maklerinserate gibt #

ImmobilienScout24 führt in seiner offiziellen Produkt- und Preisübersicht separate Bereiche für Privatanzeigen, gewerbliche Basis-Anzeigen und weitere Produkte für gewerbliche Anbieter. Schon diese Trennung zeigt, dass ein im Netz kursierender Preis meist aus dem Privatbereich stammt und für ein Maklerbüro keine Aussagekraft hat.

Der Betreiber selbst nennt als preisbestimmende Faktoren die Immobilienart, die Lage und die Laufzeit. Eine Wohnung in einem nachgefragten Großstadtbezirk wird also anders bepreist als ein Gewerbeobjekt in einer dünn besiedelten Region. Öffentlich genannte Beträge können sich zusätzlich nach Produkt und Buchungszeitpunkt unterscheiden. Jede Zahl, die du in eine Kalkulation übernimmst, braucht deshalb ein Datum, eine Angabe ob netto oder brutto, und eine offizielle Quelle.

Ein Beispiel für eine Zahl, die häufig falsch zitiert wird: Die offizielle Preisübersicht nennt 44,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer für eine Immobilienwert-Einzelbuchung (Stand der hier verwendeten Quelle: 2. September 2026, Quelle: immobilienscout24.de, Verbraucherinformationen). Das ist der Preis für eine Wertermittlung, nicht der Preis für ein Inserat. Wer diesen Betrag als Anzeigenpreis weitergibt, rechnet mit einer falschen Größe.

Die Basis-Anzeige als Ausgangspunkt #

Die Basis-Anzeige ist das Grundprodukt: Objekt beschreiben, Anzeige veröffentlichen, Interessenten finden. So beschreibt ImmobilienScout24 den Ablauf des Inserierens selbst. Für ein Maklerbüro ist diese Anzeige die kleinste Einheit, auf die sich alle weiteren Kosten beziehen.

Rechnerisch relevant sind an der Basis-Anzeige drei Dinge:

  1. Der Preis je Inserat oder je Kontingentplatz. Er ergibt sich bei gewerblichen Verträgen selten aus einer Preisliste, sondern aus dem Angebot, das dir der Vertrieb macht.
  2. Die Laufzeit. Ein Objekt, das sechs Monate steht, verbraucht sechs Monate Anzeigenvolumen. Bei Kontingentmodellen ist Standzeit die eigentliche Kostentreiberin.
  3. Die Zahl der parallel eingestellten Objekte. Sie entscheidet, ob sich ein Kontingent gegenüber Einzelbuchungen überhaupt rechnet.

Einzelbuchung, Kontingent oder Laufzeitvertrag #

Für Makler stehen praktisch drei Bezugsformen zur Wahl. Welche davon dir angeboten wird und zu welchen Konditionen, ist Verhandlungssache und regional unterschiedlich.

Einzelbuchung. Du zahlst pro Objekt und Laufzeit. Sinnvoll bei sehr wenigen Objekten pro Jahr oder bei Sonderfällen, etwa einem Gewerbeobjekt außerhalb deines üblichen Portfolios. Der Stückpreis ist hier am höchsten, das Risiko am niedrigsten, weil keine Kapazität ungenutzt bleibt.

Kontingent. Du buchst eine feste Zahl gleichzeitig aktiver Anzeigenplätze. Der rechnerische Stückpreis sinkt, sobald du das Kontingent tatsächlich auslastest. Die entscheidende Kennzahl ist die Auslastung: Ein Kontingent über 20 Plätze, von dem im Schnitt 12 belegt sind, kostet dich pro tatsächlich inseriertem Objekt fast das Doppelte des Angebotspreises.

Laufzeitvertrag. Meist 12 oder 24 Monate mit fester monatlicher Rate. Er bringt Planbarkeit und in der Regel den besten Stückpreis, bindet dich aber an ein Volumen, das dein Objektaufkommen erst noch bestätigen muss. Prüfe vor Abschluss, wie sich die Rate bei saisonalen Schwankungen und bei einem schwachen Quartal verhält.

Die wichtigste Rechnung vor der Unterschrift lautet: erwartete Objekte pro Jahr mal durchschnittliche Standzeit in Monaten, geteilt durch 12. Das Ergebnis ist die Zahl der Plätze, die du im Mittel wirklich brauchst. Alles darüber ist bezahlte Luft.

Zusatzprodukte für mehr Sichtbarkeit #

Neben den Inseraten bietet ImmobilienScout24 zusätzliche Möglichkeiten zur Hervorhebung beziehungsweise zur Steigerung der Sichtbarkeit einer Immobilienanzeige an. Solche Produkte werden separat berechnet und kommen auf den Anzeigenpreis obendrauf.

Behandle sie in deiner Kalkulation nie als Teil des Grundpreises, sondern als eigene Position mit eigener Erfolgsmessung. Die sinnvolle Frage lautet nicht “kostet das viel”, sondern: Wie viele zusätzliche qualifizierte Anfragen hat diese Hervorhebung bei diesem Objekttyp gebracht, und was hat die einzelne Zusatzanfrage gekostet. Ohne diese Gegenrechnung ist jedes Sichtbarkeitsprodukt eine Ausgabe ohne Rückmeldung.

Kurz zur Abgrenzung: Privatanzeigen und Mitgliedschaften #

Zwei Preisbereiche gehören ausdrücklich nicht in eine Maklerkalkulation. Erstens die Privatanzeigen für Eigentümer, die ihre Immobilie selbst verkaufen oder vermieten: Sie sind ein eigenes Produkt mit eigener Preislogik. Zweitens die Mitgliedschaften und Zusatzdienste für Suchende, also für Mieter und Käufer. Beide werden in Foren und Ratgebern häufig mit gewerblichen Konditionen vermischt. Wenn du eine Zahl findest, prüfe zuerst, aus welchem der drei Bereiche sie stammt.

Was die Anzeige wirklich kostet: pro Anfrage und pro Abschluss #

Der Vertragspreis ist nur die Eingangsgröße. Wirtschaftlich entscheidend sind zwei abgeleitete Kennzahlen, die du aus deinen eigenen Zahlen bildest:

Kosten pro Anfrage = Portalkosten im Zeitraum geteilt durch die Zahl der qualifizierten Anfragen im selben Zeitraum.

Kosten pro Abschluss = Portalkosten im Zeitraum geteilt durch die Zahl der daraus entstandenen Abschlüsse.

Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Annahmen, nicht mit Portalpreisen:

GrößeAnnahme
Portalkosten pro Monat1.000 Euro netto
Qualifizierte Anfragen pro Monat50
Kosten pro Anfrage20 Euro netto
Anfragen bis zum Abschluss25
Kosten pro Abschluss500 Euro netto
Durchschnittliche Provision je Abschluss6.000 Euro netto
Anteil Portalkosten an der Provisionrund 8 Prozent

Setze deine eigenen Werte ein. Sobald die Kosten pro Abschluss in die Nähe deiner durchschnittlichen Provision rücken, trägt der Kanal sich nicht mehr. Führe die Rechnung getrennt nach Objekttyp: Miete und Kauf, Wohnen und Gewerbe verhalten sich völlig unterschiedlich, und ein schwacher Bereich verdirbt sonst die Bilanz eines starken.

So prüfst du dein Angebot #

Bevor du unterschreibst oder verlängerst, gehe diese Punkte durch:

  • Verlange das Angebot schriftlich mit klarer Netto- oder Bruttoangabe und Gültigkeitsdatum.
  • Frage, welche Position Grundpreis ist und welche Zusatzprodukte sind.
  • Lass dir die Auslastungsannahme vorrechnen, auf der das empfohlene Kontingent beruht.
  • Kläre, was bei Über- und Unterschreitung des Kontingents passiert.
  • Prüfe Kündigungsfrist und automatische Verlängerung.
  • Miss ab dem ersten Monat Anfragen je Objekt und Quelle, sonst fehlt dir bei der nächsten Verhandlung jedes Argument.

Fazit #

Für Makler ist die Frage nach den ImmoScout Kosten keine Preisfrage, sondern eine Vertrags- und Auslastungsfrage. Die offiziellen Angaben liefern nur den Rahmen, weil Immobilienart, Lage und Laufzeit den Preis bestimmen und einzelne veröffentlichte Beträge, wie die 44,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer für eine Immobilienwert-Einzelbuchung, andere Produkte betreffen. Belastbar wird die Sache erst, wenn du dein konkretes Angebot mit Datum und Netto- oder Bruttokennzeichnung erfasst und ihm deine eigenen Kosten pro Anfrage und pro Abschluss gegenüberstellst. Prüfe alle Beträge unmittelbar vor Veröffentlichung an der offiziellen Preis- oder Buchungsstrecke und versieh sie mit einem Aktualisierungsdatum.

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