Deinstedt liegt im Landkreis Rotenburg (Wümme) und gehört zur Samtgemeinde Selsingen. Mit rund 663 Einwohnern ist es die zweitkleinste Mitgliedsgemeinde dieser Samtgemeinde, bestehend aus den beiden Ortsteilen Deinstedt und Malstedt. Diese Ordnung ist jung. Die Geschichte des Ortes selbst reicht deutlich weiter zurück, in eine Zeit, in der nicht Gemeinderäte und Verwaltungsgrenzen über das Dorf bestimmten, sondern kirchliche Abgabenrechte, Grundherrschaft und die Landwirtschaft weniger Hofstellen.
Der Name Deinstedt gehört zu einer im nordwestdeutschen Raum weit verbreiteten Gruppe von Siedlungsnamen auf „stedt". Dieses Grundwort bezeichnet die Stätte, den Platz, die Siedlungsstelle. Solche Namen markieren in aller Regel keine Neugründungen der Neuzeit, sondern gewachsene Wohnplätze, deren Anfänge im frühen Mittelalter oder davor liegen. Der erste Namensbestandteil wird in der Namenforschung typischerweise auf einen Personennamen zurückgeführt, sodass der Ortsname ursprünglich die Siedlungsstelle einer bestimmten Person oder Sippe bezeichnet haben dürfte. Eine zweifelsfreie Deutung lässt der Befund nicht zu, denn mittelalterliche Schreiber notierten Ortsnamen nach Gehör und in wechselnder Form.
Im örtlichen Niederdeutschen heißt der Ort bis heute schlicht Deins. Diese verkürzte Lautform ist kein Spitzname, sondern die ältere gesprochene Gestalt neben der amtlich verfestigten hochdeutschen Schreibweise. Sie zeigt, wie lange sich Plattdeutsch als Alltagssprache hielt, auch nachdem Hochdeutsch in Kanzlei, Kirche und Schule längst tonangebend geworden war.