Dettum liegt südöstlich von Braunschweig im Vorland der Asse, im Landkreis Wolfenbüttel, und ist heute Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Sickte mit Verwaltungssitz in Sickte. Wer die Geschichte des Ortes rekonstruieren will, sucht kein Gründungsdatum, sondern folgt zwei Linien: der bäuerlichen Feldmark mit ihren Hofstellen und dem Kirchspiel auf der einen Seite, den wechselnden Herrschafts- und Verwaltungszuständigkeiten auf der anderen.
Vorab eine Unterscheidung, ohne die jede Datierung schiefgeht: Die politische Gemeinde Dettum von heute umfasst neben dem Kerndorf auch Mönchevahlberg und Weferlingen. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden über „Dettum“ meinen das Dorf, nicht dieses Gemeindegebiet. Angaben zu Höfen, Abgaben oder Einwohnern sind deshalb immer daraufhin zu prüfen, welche Fläche gemeint ist.
Als Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung wird für Dettum 1226 geführt. Eine Ersterwähnung ist der älteste bislang bekannte Schriftbeleg, nicht der Beginn der Siedlung. Dass ein Ort in einer Urkunde des 13. Jahrhunderts auftaucht, setzt in der Regel voraus, dass dort bereits Höfe standen, Flächen bewirtschaftet wurden und jemand ein Recht daran geltend machen konnte, etwa an Zehnt oder Zins. Das Dorf ist also älter als sein ältester Beleg.
Für eine belastbare Verwendung des Datums genügt die Jahreszahl nicht. Anzugeben sind das konkrete Urkundenregest, die dort überlieferte Schreibform des Ortsnamens und der Bestand, in dem die Urkunde liegt. Einschlägig sind die Urkundenbücher des braunschweigischen Raumes und die Überlieferung im Niedersächsischen Landesarchiv, Abteilung Wolfenbüttel. Die kommunale Chronik ist der Einstieg, nicht der Nachweis.