Der Baujahrssprung ist in Braunschweig der größte einzelne Preistreiber. Eine 70-m²-Wohnung aus den Baujahren 1950 bis 1977 kostete 2024 im Schnitt rund 149.800 €, dieselbe Fläche im Baujahr 2011–2021 rund 294.000 €. Die Differenz beträgt etwa 144.200 €. Die einzige Frage, die zählt: Frisst der Sanierungsbedarf des Altbaus diese Differenz auf — oder nicht?
| Baujahr | Ø Kaufpreis je m² (2024) | Rechnerisch für 70 m² |
|---|
| bis 1949 | 2.570 € | rund 179.900 € |
| 1950–1977 | 2.140 € | rund 149.800 € |
| 1978–1990 | 2.540 € | rund 177.800 € |
| 1991–2010 | 2.820 € | rund 197.400 € |
| 2011–2021 | 4.200 € | rund 294.000 € |
| ab 2022 | 4.070 € | rund 284.900 € |
Quelle der Quadratmeterwerte: Kaufpreisauswertung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Braunschweig-Wolfsburg, Bezugsjahr 2024. Die Spalte „für 70 m²" ist eine reine Multiplikation und ersetzt keine Bewertung: Lage, Etage, Grundriss, Aufzug, Zustand der Gemeinschaftsflächen und der energetische Stand des Gebäudes verschieben den Preis in beide Richtungen erheblich.
Genau an dieser Stelle wird der Wohnungskauf in Braunschweig konkret. Ein Altbau im Östlichen Ringgebiet mit ungedämmtem Dach, Gasetagenheizung und einer Erhaltungsrücklage, die für die anstehende Fassadensanierung nicht reicht, ist kein Schnäppchen — er ist eine Sonderumlage mit Wohnung drumherum. Ein solider Bau von 1965 mit sanierter Heizzentrale, neuen Fenstern und einer WEG, die seit Jahren diszipliniert zurücklegt, kann dagegen das bessere Geschäft sein als der Neubau nebenan.
Diesen Unterschied kann Ihnen kein Portalfilter beantworten. Oliver Martin ist zertifizierter Bau- und Sachverständiger sowie Sachverständiger für Schäden an Gebäuden — er ordnet vor Ort ein, was von einem behaupteten Sanierungsstau tatsächlich zu erwarten ist und was davon Verhandlungsmasse ist.