Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung #
Die Teilungserklärung beschreibt, welches Sondereigentum zur Wohnung gehört und mit welchem Miteigentumsanteil Sie am Gemeinschaftseigentum beteiligt sind. Die Gemeinschaftsordnung enthält unter anderem Regeln zur Nutzung und Kostenverteilung.
Prüfen Sie besonders Keller, Stellplatz, Gartenfläche und Dachterrasse. Eine im Exposé zugesagte Nutzung muss rechtlich durch Sondereigentum oder ein Sondernutzungsrecht abgesichert sein. Achten Sie auch auf abweichende Kostenverteilungsschlüssel und mögliche Zustimmungspflichten bei einem Verkauf.
Wirtschaftsplan, Hausgeld und Jahresabrechnungen #
Der Wirtschaftsplan enthält die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben der Gemeinschaft. Auf seiner Grundlage zahlen Eigentümer monatliche Vorschüsse, die üblicherweise als Hausgeld bezeichnet werden.
Lassen Sie sich aufschlüsseln, welcher Anteil auf laufende Betriebskosten, Verwaltung und Rücklage entfällt. Ein niedriges Hausgeld ist nicht automatisch günstig. Es kann bedeuten, dass Kosten oder notwendige Zuführungen zur Rücklage zu knapp angesetzt wurden.
Vergleichen Sie zusätzlich die Jahresabrechnungen der letzten Jahre. Wiederkehrende Nachzahlungen, stark steigende Kosten und hohe Zahlungsrückstände einzelner Eigentümer sind Gründe für eine genauere Prüfung.
Erhaltungsrücklage #
Das Wohnungseigentumsgesetz verwendet heute den Begriff Erhaltungsrücklage. In Exposés und älteren Unterlagen steht häufig weiterhin Instandhaltungsrücklage.
Entscheidend ist nicht allein ihre Höhe. Setzen Sie die vorhandenen Mittel ins Verhältnis zu Alter, Zustand und anstehenden Maßnahmen des Gebäudes. Eine hohe Rücklage kann schnell aufgebraucht sein, wenn Dach, Fassade, Leitungen oder Heizung erneuert werden müssen. Der rechnerisch auf die Wohnung entfallende Anteil wird bei einem Verkauf nicht separat an den bisherigen Eigentümer ausgezahlt, sondern bleibt Vermögen der Gemeinschaft.
Protokolle und Beschlusssammlung #
Lesen Sie die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen und die Beschlusssammlung. Suchen Sie gezielt nach Antworten auf folgende Fragen:
- Welche Maßnahmen wurden beschlossen, aber noch nicht ausgeführt?
- Welche Sanierungen wurden angekündigt oder wiederholt vertagt?
- Gibt es beschlossene oder diskutierte Sonderumlagen?
- Bestehen größere Hausgeldrückstände?
- Gibt es Streit mit der Verwaltung, Handwerkern oder Eigentümern?
- Laufen gerichtliche Verfahren?
- Sind Änderungen an Heizung, Dach, Fassade oder Leitungen geplant?
Ergänzend sollten Sie Verwaltervertrag, Energieausweis, Gebäudeversicherung und vorhandene Gutachten einsehen. Bei einer vermieteten Wohnung benötigen Sie außerdem Mietvertrag, Nachweise zur Kaution und aktuelle Betriebskostenabrechnungen.