Der Gebäudebestand der Südstadt ist stark von Gründerzeit- und Nachkriegs-Geschosswohnungsbau geprägt. Neubau entsteht in diesem dicht bebauten Gebiet überwiegend durch Nachverdichtung. Diese drei Bestandstypen verhalten sich beim Kauf völlig unterschiedlich und erfordern jeweils einen eigenen Prüffokus.
Gründerzeit-Altbau. Diese Wohnungen bestechen durch hohe Räume, Stuckdecken, Dielenböden und oft großzügige Grundrisse. Die Zimmer lassen sich jedoch nicht immer ohne Weiteres umnutzen, da tragende Wände den Zuschnitt einschränken. Der Preis je Quadratmeter liegt hier typischerweise am oberen Ende des Stadtteil-Spektrums. Das eigentliche Risiko verbirgt sich jedoch im Gemeinschaftseigentum. Dach, Fassade, Abwasserstränge, Elektrik und Fenster sind bei diesen Gebäuden oft sanierungsbedürftig. Fragen Sie gezielt nach dem Zustand und dem Sanierungsstand dieser Bauteile. Erkundigen Sie sich nach bereits beschlossenen Maßnahmen und danach, ob eine energetische Sanierung ansteht. Ein vermeintlich günstiger Kaufpreis, dem kurz nach dem Erwerb eine beschlossene Dachsanierung folgt, erweist sich im Nachhinein als alles andere als günstiger Kaufpreis.
Nachkriegs-Geschosswohnungsbau. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Gebäude bieten kleinere Zuschnitte und oft klare Funktionsgrundrisse. Ein Balkon ist häufig vorhanden, ein Aufzug seltener. Bei diesem Wohnungstyp entscheidet der Modernisierungsstand fast alles über den Wert und die zukünftigen Kosten. Ein Objekt mit erneuerten Fenstern, gedämmter Fassade und moderner Heizung ist eine völlig andere Kapitalanlage als das äußerlich identische Nachbarhaus im Originalzustand. Achten Sie besonders auf die Höhe der Instandhaltungsrücklage im Verhältnis zum Alter des Gebäudes. Fehlen hier Rücklagen, drohen hohe Sonderumlagen.
Nachverdichtungs-Neubau. In der Südstadt entsteht neues Wohnraumangebot vor allem auf Baulücken, durch aufgestockte Dachgeschosse oder in Hinterhöfen. Die Vorteile liegen im modernen Energiestandard, in effizienten Grundrissen und einem geringen Instandhaltungsbedarf in den ersten Jahren nach dem Kauf. Käuferseitig müssen Sie jedoch den Bezug zur Nachbarbebauung prüfen. Die Belichtung im Innenhof, die Stellplatzsituation und die Schallschutzmaßnahmen sind kritische Punkte. Beim Kauf vor Fertigstellung des Gebäudes sind die Regelungen zu Zahlungsplan, Abnahme und Mängelrechten genau zu verhandeln. Bei Dachgeschossausbauten in Bestandshäusern lohnt ein genauer Blick darauf, wie die hohen Kosten der Aufstockung in der Wohnungseigentümergemeinschaft verteilt wurden.