1. Suchprofil und Budget festlegen #
Definieren Sie zuerst Ihre maximale monatliche Gesamtbelastung. Berücksichtigen Sie neben der Warmmiete auch Strom, Internet, Mobilität und mögliche Kosten für einen Stellplatz. Planen Sie zusätzlich einmalige Ausgaben für Kaution, Umzug und notwendige Anschaffungen ein.
Legen Sie danach Wohnfläche, Zimmerzahl und Muss-Kriterien fest. Je klarer Ihr Profil ist, desto schneller können Sie entscheiden, ob sich eine Anfrage lohnt.
2. Bewerbungsunterlagen vorbereiten #
Stellen Sie häufig verlangte Unterlagen rechtzeitig zusammen. Dazu können eine Selbstauskunft, aktuelle Einkommensnachweise, ein Bonitätsnachweis und gegebenenfalls eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung gehören.
Versenden Sie nicht ungefragt eine vollständige Ausweiskopie zusammen mit der ersten Kontaktanfrage. Klären Sie, welche Unterlagen in welcher Phase benötigt werden, und schwärzen Sie Angaben, die für die Entscheidung nicht erforderlich sind. Fassen Sie die angeforderten Dokumente übersichtlich zusammen und verwenden Sie eindeutige Dateinamen.
3. Wohnung gründlich besichtigen #
Prüfen Sie bei der Besichtigung mehr als den ersten Eindruck. Öffnen und schließen Sie Fenster, achten Sie auf Feuchtigkeitsspuren und sehen Sie sich Böden, Wände, Bad und Küche genau an. Fragen Sie nach Keller, Fahrradabstellplatz, Müllplatz und Hausordnung.
Besonders wichtig sind:
- Zustand und Dichtheit der Fenster
- Heizungsart und Zustand der Heizkörper
- erkennbare Feuchtigkeit oder Schimmelspuren
- Wasserdruck und Warmwasserversorgung
- Zahl und Lage der Steckdosen
- Mobilfunkempfang in der Wohnung
- Zustand gemeinschaftlich genutzter Bereiche
- mitvermietete Gegenstände und Einbauten
Sofern für das Gebäude eine entsprechende Pflicht besteht und eine Besichtigung stattfindet, muss der Vermieter den Energieausweis oder eine Kopie spätestens bei der Besichtigung vorlegen. Die gesetzliche Grundlage enthält Paragraf 80 des Gebäudeenergiegesetzes. Beachten Sie den Energieträger, die Art des Ausweises und die angegebenen Kennwerte. Fragen Sie außerdem nach einer früheren Betriebskostenabrechnung, sofern diese für die Wohnung verfügbar ist. Sie kann bei der Einschätzung der laufenden Kosten helfen, ist aber keine Garantie für Ihren späteren Verbrauch.
4. Mietvertrag vollständig lesen #
Nehmen Sie sich vor der Unterschrift ausreichend Zeit. Stimmen Inserat, Besichtigung und Vertrag nicht überein, sollten Sie Abweichungen schriftlich klären.
Prüfen Sie insbesondere:
- Beginn und Dauer des Mietverhältnisses
- Höhe von Kaltmiete und Nebenkostenvorauszahlung
- mögliche Staffel- oder Indexmietvereinbarungen
- mitvermietete Räume, Stellplätze und Einbauten
- Regelungen zu Schönheits- und Kleinreparaturen
- Vereinbarungen zu Haustieren und Untervermietung
- Hausordnung und Pflichten bei Gartenflächen
- Zustand der Wohnung bei Einzug
Leisten Sie Zahlungen nur auf Grundlage nachvollziehbarer Vereinbarungen und an eindeutig identifizierte Vertragspartner. Lassen Sie sich nicht durch ungewöhnlich hohen Zeitdruck zu einer Überweisung vor Besichtigung und Vertragsprüfung bewegen.
5. Kaution und Übergabe organisieren #
Eine als Geldsumme vereinbarte Mietkaution darf bei Wohnraum höchstens drei monatliche Nettokaltmieten betragen. Betriebskosten bleiben bei dieser Berechnung unberücksichtigt. Nach Paragraf 551 BGB dürfen Mieter die Geldkaution in drei gleichen monatlichen Teilzahlungen leisten. Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig.
Dokumentieren Sie bei der Schlüsselübergabe den Zustand der Wohnung in einem Protokoll. Halten Sie vorhandene Schäden, Zählerstände und die Zahl der übergebenen Schlüssel fest. Ergänzende Fotos sollten eindeutig dem jeweiligen Raum zugeordnet und von beiden Seiten nachvollziehbar sein.