Der Wohnungsbestand im Stadtteil ist gemischt, und die Merkmale eines Objekts entscheiden über die späteren laufenden Kosten stärker als die reine Kaltmiete. Achten Sie bei jedem Exposé auf die folgenden Punkte, bevor Sie einen Termin vereinbaren.
Baujahr und energetischer Zustand. Fenster, Dämmung und Heizungsart bestimmen den Verbrauchsanteil Ihrer Nebenkosten. Der Energieausweis ist dabei die Pflichtauskunft, nicht die Nettigkeit: Vermieter müssen Interessenten spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis vorlegen oder gut sichtbar aushängen, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift (§ 80 GEG). Fragen Sie danach, wenn er nicht von selbst gezeigt wird.
Grundriss statt Quadratmeterzahl. Zwei Wohnungen mit identischer Fläche sind nicht gleich nutzbar. Prüfen Sie Durchgangszimmer, Stellwände für Schränke, die Lage des Bads und ob die Küche einen Fensteranschluss hat. Wer im Homeoffice arbeitet, braucht eine Wand mit Steckdose und Ruhe, nicht mehr Fläche.
Küchensituation. Übernehmen Sie eine Einbauküche, ist zu klären, ob sie mietvertraglich zur Wohnung gehört, ob eine Ablöse an den Vormieter fällig wird und in welchem Zustand die Geräte sind. Eine Ablösesumme ist eine Einmalzahlung zusätzlich zu Kaution und Umzug und gehört ins Budget.
Stockwerk, Aufzug, Keller. Ohne Aufzug ist das vierte Obergeschoss eine Entscheidung für viele Jahre. Ein Kellerabteil oder ein Abstellraum entlastet kleine Wohnungen spürbar.
Balkon, Terrasse, Ausrichtung. Die Himmelsrichtung entscheidet, ob eine Außenfläche im Alltag genutzt wird. Nach Norden ausgerichtete Balkone werden in der Praxis deutlich seltener genutzt als nach Süden oder Westen ausgerichtete.
Parken und Fahrrad. Klären Sie vor der Zusage, ob ein Stellplatz oder eine Garage mitvermietet wird, ob dafür ein separater Vertrag mit eigener Miete besteht und ob es einen abschließbaren Fahrradraum gibt.