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Till Eulenspiegel: Populärer Schelm aus Niedersachsen

TILL EULENSPIEGEL

Till Eulenspiegel ist höchstwahrscheinlich eine fiktive Figur: der Protagonist einer populären Geschichte aus dem frühen 16. Jahrhundert. Er wurde 1300 in Niedersachsen in Kneitlingen (etwa 100 km südöstlich von Hannover) bezeugt und starb 1350 in Mölln an der Pest.

Till Eulenspiegel war berühmt dafür, sich über die Unzulänglichkeiten seiner Zeitgenossen lustig zu machen, insbesondere indem er Redewendungen für bare Münze nahm. Die Figur wurde in zahlreichen Romanen, Theaterstücken, Filmen und Opern in Deutschland und anderen europäischen Ländern verwendet. Bis heute ist Eulenspiegel populärer Schelm aus Niedersachsen.

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Till Eulenspiegel: Ein echter Anti-Held mit vielen Geschichten

Till Eulenspiegel, ein echter Anti-Held, wandert von Stadt zu Stadt, seit er aus seinem Haus nahe Hannover vertrieben wurde. Halb Reisender, halb Vagabund, hat Till der Schelm ein Händchen dafür, sich in unglückliche Situationen zu bringen und systematisch unbeschadet zu entkommen. Der Charme von Eulenspiegel liegt in seiner Ambivalenz: Ist er dumm und hasserfüllt, oder ist er ein besonders schlaues Genie?

Die mündlich überlieferten Anekdoten über ihn wurden ein Jahrhundert nach seinem Tod in Braunschweig gesammelt und bildeten eine erste Reihe von sechsundvierzig Geschichten, die in Niederdeutsch verfasst und um 1478 in Lübeck gedruckt wurden.

Eine weitere, um die Hälfte vergrößerte Ausgabe erschien 1500. Beide sind verloren. Die Zweite diente jedoch als Grundlage für eine hochdeutsche Übersetzung, die 1515 in Straßburg von Johann Grieninger veröffentlicht wurde. Das einzige bekannte Exemplar dieser Ausgabe befindet sich im British Museum. Im Jahr 1519 wurde eine neue illustrierte Ausgabe herausgebracht, wiederum von Grieninger. Das Werk geriet bis 1532 (die sogenannte Erfurter Ausgabe) kurzzeitig in Vergessenheit, wurde dann aber im 16. Jahrhundert häufig nachgedruckt.

Woher kommt der Name Eulenspiegel?

Der Name Eulenspiegel (plattdeutsch Ulenspegel) hat zu verschiedenen Deutungen Anlass gegeben. Die gängigste entspricht dem Titelbild der Ausgabe von 1515: Till hält in der linken Hand einen Spiegel hoch, während auf der rechten Hand eine Eule sitzt. Der Schelm scheint der Welt sein Spiegelbild anbieten zu wollen und seine scheinbare Torheit ist eine Verkleidung für Weisheit.

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Der besondere Schalk des Schelms

Eulenspiegel übte "schlechte Witze" und besonderen Schalk im Deutschland des 14. Jahrhunderts aus. Der Schelm verblüffte nicht nur das bescheidene Volk, auch das Establishment seiner Zeit: Ärzte, Handwerker oder Geistliche blieben vom Witz des Eulenspiegels nicht verschont. Der kleine Bauer aus Niedersachsen hatte Freude daran, sich als klüger zu erweisen und die Obrigkeit so oft wie möglich zu tadeln.

Bei zufälligen Begegnungen gelang es ihm, diejenigen zu täuschen, die nicht klug genug waren, ihm zu vertrauen. Till verließ den Schauplatz und seine Opfer blieben in ihrem Zorn zurück. Er zögerte nicht, sein Verbrechen zu unterzeichnen: Indem er die Lacher auf seine Seite zog, prangerte Eulenspiegel in Wirklichkeit die glückseligen Gewissheiten und die Schwächen der Gesellschaft an.

Die Popularität zeigt, dass die Menschen von heute immer noch Freude an dieser Art haben, mit dem Finger auf eine Dummheit zu zeigen, die ebenfalls die Jahrhunderte überlebt hat, wenn auch mit einigen Veränderungen.

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Eulenspiegel als Verteidiger der Freiheit

Till wird in den Erzählungen als ein Verteidiger der Freiheit dargestellt, der gegen alle Formen der Unterdrückung kämpft. Als Saitentänzer etwa verkörpert Till die skeptische Leichtigkeit eines Menschen, der sich nicht in die Maschen des Diskurses einspannen lässt. Bereit, den Preis für seine Unabhängigkeit zu zahlen, zieht er auch heute noch unzählige begeisterte Menschen in seinen Bann.

Abwechselnd als reisender Komiker und professioneller Narr gelingt es Till immer wieder in einer Welt, die dem Chaos verfallen ist, zu überleben. Er hat die Gabe, plötzlich aufzutauchen und wieder zu verschwinden, wie ein Kobold, der aus seiner Kiste kommt.

Eine Till-Eulenspiegel-Geschichte aus Hannover

Die 67. Geschichte seiner Streiche erzählt, wie Eulenspiegel zu Hannover in einer Badestube sein Geschäft verrichtete und meinte, sie sei ein Haus der Reinheit. Der Bader aus dem Badehaus in Hannover vor dem Leinentor zog den Begriff “Haus der Reinheit” dem des Badehauses vor. Nicht lange dauerte es, bis der Schelm Till davon erfuhr und sich auf den Weg nach Hannover machte.

Till betrat das Badehaus mit den Worten: “Gott grüß Euch, Herr und Euer Hausgesinde und alle, die ich in diesem reinen Hause finde.” Von seinen Worten verzückt empfing ihn der Bader aufs Herzlichste: “Herr Gast, Ihr sagt mit Recht, das ist ein reines Haus. Es ist auch ein Haus der Reinheit und keine Badestube. Denn der Staub ist in der Sonne und auch in der Erde, in der Asche und im Sand.”

Die Unterhaltung führte weiter und Eulenspiegel antwortete: “Das dies ein Haus der Reinheit ist, das ist offenbar. Denn wir gehen unrein herein und rein wieder heraus.” Die einzigartige schelmische Art bescherte erneutes Staunen, Entsetzen und Zorn: Eulenspiegel verrichtete sein Geschäft inmitten des Badehauses. Ein übler Geruch durchzog die Einrichtung und der Bader entgegnete: “Nun sehe ich wohl, dass deine Worte und Werke nicht gleich sind. Deine Worte waren mir angenehm, aber deine Werke taugen mir nicht. Deine Worte waren gediegen, aber deine Werke stinken übel. Pflegt man dies in einem Haus der Reinheit zu tun?”

Eulenspiegel sagte: “Ist das nicht ein Haus der Reinheit? Ich hatte innen ein größeres Bedürfnis nach Reinigung als außen, sonst wäre ich nicht hereingekommen.” Die Antwort des Baders: “Diese Reinigung pflegt man auf dem Abtritt zu tun. Dies aber ist ein 150 Haus der Reinigung durch Schwitzen und du machst daraus ein Klo.”

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Eulenspiegel machte den Bader zornig: “Ist das nicht Dreck, der vom Menschenleib kommt? Soll man sich reinigen, so muss man sich innen und außen reinigen.” Der aufgebrachte Bader erwiderte: “So etwas pflegt man auf dem Klo zu reinigen und der Abdecker fährt es hinaus zur Abfallgrube, nicht ich. Das pflege ich auch nicht wegzufegen und wegzuwaschen.”

Erzürnt von den Taten bat er Till deutlich, das Badehaus auf der Stelle zu verlassen. Eulenspiegel erwiderte auf den Rauswurf: “Herr Wirt, lasst mich vorher für mein Geld baden. Ihr wollt viel Geld haben, so will ich auch gut baden.” Das Geld des Schelms wollte der Bader in seinem Zorn nicht annehmen und ihn stattdessen hinausbefördern. Da dachte Eulenspiegel: Hier ist schlecht zu fechten, nackend gegen Rasiermesser. Endlich ging er zur Tür und verließ das Badehaus Hannover mit den Worten: “Was habe ich für einen Dreck so wohl gebadet.”

Till zog sich im Nebenzimmer seine Kleidung an und wurde vom Bader eingesperrt, um ihn für das Benehmen zu tadeln. Derweilen meinte Eulenspiegel, er habe sich in der Badestube noch nicht genug gereinigt. Till sah einen zusammengelegten Tisch, machte ihn auf, entleerte sein Geschäft ein zweites Mal. Der Bader öffnete die Tür und beide vertrugen sich trotz der Taten wieder. Till Eulenspiegel verabschiedete sich: “Lieber Meister, in dieser Stube habe ich mich erst ganz gereinigt. Gedenket meiner freundlich, ehe es Mittag wird. Ich scheide von hinnen.”

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